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04.09.2026

Serbien im Aufbruch

Belgrad ist kaum wiederzuerkennen

Die «Expo 2027» findet in Serbien statt. Sie bietet dem Balkanstaat die Gelegenheit, sich als modern zu positionieren und an Bekanntheit zuzulegen.

2027 wird Belgrad drei Monate lang zum Treffpunkt für Kultur, Sport, Wirtschaft und Technologie. Die «Expo» ist eine sogenannte «Spezialausstellung», die sich einem klar umrissenen Thema widmet und zwischen zwei Weltausstellungen stattfindet.

Das Motto lautet «Play for Humanity – Sport and Music for All». Es werden drei bis vier Millionen Besucher erwartet. Die Veranstalter hoffen auch auf viele Besucher aus der Schweiz, denn hier leben mehrere Hunderttausend Menschen mit Wurzeln im Balkan.

Milliardeninvestitionen

Belgrad hat sich schon in den letzten drei Jahrzehnten stark gewandelt und ist kaum wiederzuerkennen. Überall wird gebaut und modernisiert. Ganze Quartiere sind neu entstanden. Nun werden im Westen der Metropole Milliardeninvestitionen im Zusammenhang mit der «Expo 2027» getätigt. Es handelt sich allerdings um ein Projekt, das weit über die klassische Weltausstellung hinausreicht.

Der Bau des Geländes kostet rund 1.5 Milliarden Euro. Im Umfeld werden weitere Milliarden fliessen: Es entsteht ein neues Stadtquartier mit Hotels sowie einem grossen Messe- und Kongresszentrum. Die Regierung nutzt den Schwung des Prestigeprojekts, um den Flughafen zu erweitern, das Schienennetz zu modernisieren, eine U-Bahn-Linie und neue Schnellstrassen zu bauen.

Die serbische Regierung begreift die Weltausstellung als Entwicklungschance für das ganze Land. Die Rede ist von insgesamt fast 18 Milliarden Euro, die in über 300 Projekten investiert werden. Das alles soll die Grundlage für ein beschleunigtes Wachstum ab 2028 sein.

Serbien versteht sich als Brückenbauer zwischen Ost und West. Das hat im Vielvölkerstaat durchaus Tradition: So trafen sich 1961 in Belgrad die Staats- und Regierungschefs der neugegründeten «Blockfreien Staaten». Die Expo ist ein Schritt zu einem nachhaltigen Wachstum der serbischen Wirtschaft.

Belgrad boomt

Die serbische Hauptstadt Belgrad verzeichnet rund 2.6 Millionen Hotelübernachtungen pro Jahr – das sind zweieinhalb Mal mehr als noch vor 15 Jahren. Die Zahl der ausländischen Touristen hat sich verdreifacht. Zu den wichtigen Quellmärkten gehören neben den Nachbarländern die Türkei, China und Deutschland.

Belgrad ist zunehmend beliebt für kurze «City Breaks». Fast schon legendär ist das Nachtleben, das teilweise in schwimmenden «River Clubs» stattfindet. Die Stadt ist zudem ein wichtiger Veranstaltungsort auf dem Balkan.

Belgrad wird in atemberaubendem Tempo modernisiert. pexels.com / K


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